Örtliche Bildungs- und Kulturarbeit

Absolvent:innen sind motiviert für die praktische Umsetzung!

von Andrea Koppitsch

Der nun bereits 3. Durchgang des Lehrgangs „Örtliche Bildungs- und Kulturarbeit“ ging im Juni 2023 zu Ende. Insgesamt haben 9 Teilnehmer:innen seit Dezember 2022 gemeinsam an Themen zur aktiven Gestaltung von Bildungs – und Kulturaktivitäten in der Gemeinde gearbeitet, dabei einiges an Theorie, aber auch der praktischen Umsetzung erfahren.

Gemeinsam mit dem Örtlichen Bildungswerk Magdalensberg wurden beim letzten Treffen im Juni Inhalte ausgetauscht, Fragen gestellt und schließlich der Abschluss im schönen Garten von Maria Hassler, die ein sehr aktives Mitglied des Örtlichen Bildungswerks und eine der Referent:innen des Lehrgangs ist, gefeiert.

Zum Lehrgang

Die Inhalte des Lehrgangs „Örtliche Bildungs- und Kulturarbeit“ bieten Unterstützung beim Aufbau und bei der Umsetzung von Bildungs- und Kulturaktivitäten. Er ist für all jene gedacht, die daran interessiert sind, ihre Gemeinde mitzugestalten oder dies bereits tun. In 5 Modulen werden sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Tipps von erfahrenen Engagierten und Expert:innen vermittelt. Die Inhalte reichen von den Grundlagen der örtlichen Bildungsarbeit, möglichen Strukturen und Organisationsformen, dem Aufbau eines Teams, unterschiedlichen Methoden der örtlichen Bildungsarbeit, der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur eigenen Ausarbeitung einer Projektidee für die Umsetzung in der eigenen Gemeinde.

Zwei der Absolventinnen kommen zu Wort

Warum Diana Vogetseder und Maria Charbonnell sich für eine Teilnahme am Lehrgang entschieden, welche Erkenntnisse sie aus den Inhalten gezogen haben und welche zukünftigen Vorhaben für die eigene örtliche Bildungs- und Kulturarbeit geplant sind, beantworten sie im Folgenden:

Maria Charbonell

Vorstandsmitglied des Domvereins Maria Saal, aktiv als Domführerin tätig, sowie Mitglied bei mehreren anderen Vereinen

Ich entschloss mich zur Teilnahme am Lehrgang, weil … die Präsentation des Lehrgangprogrammes für mich äußerst interessant erschien. Ich erhoffte mir, Ideen zu schöpfen, um einen Verein durch meine aktive Teilnahme und eventuelle Initiativen zu unterstützen. Meine erste Begegnung mit dem Kärntner Bildungswerk war am 1.10.22 bei der Landestagung in Weissenstein. Bei der gemeinsamen Ausarbeitung zur Veranstaltung des Festivals der Volkskultur ist mir klar geworden, was das Kärntner Bildungswerk als Dachorganisation für die vielen Vereine in Kärnten bewirken kann. Da kam diese Einladung gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Meine wichtigsten Erkenntnisse aus den Kursinhalten sind … dass das Vereinswesen immer noch sehr attraktiv ist. Wichtig ist, diese neuen Erkenntnisse umzusetzen, um neue Mitglieder zu gewinnen, indem man ihnen auch für eine neue Art von Mitarbeit das Vereinsleben schmackhaft macht. Es gibt genug Leute, die „mithelfen“ wollen, nur muss man sie persönlich ansprechen, sie über die Möglichkeiten im Verein informieren und ihnen die Gelegenheit bieten, sich mit ihren „persönlichen“ Fähigkeiten einzubringen. Für „Freiwillig Engagierte“ steht Wertschätzung und Freude am Tun im Vordergrund. Natürlich sind „alte“ Vereine sehr wichtig, die Tendenz geht jedoch zur Teamarbeit und auch Ämterrotation im Führungsbereich. Vereine, bei denen eine Obfrau oder ein Obmann als „Einzelkämpfer“ die ganze Verantwortung tragen muss, sind vielleicht schon ein Auslaufmodell.

Planen und umsetzten möchte ich in meiner Gemeinde gerne … Eigentlich gibt es in der Gemeinde Maria Saal schon so viele Vereine, alle Sparten, ob Kultur, Musik, Sport oder Umwelt sind vertreten und somit entsteht der Eindruck, dass man nichts Neues hinzufügen kann. Ich denke aber, dass es Möglichkeiten gibt, sei es in Maria Saal oder in Klagenfurt, wo mein Wohnsitz ist, bereits bestehende Ideen zu verwirklichen oder neue Projekte aufzubauen. Dabei ist die Unterstützung des Kärntner Bildungswerks und der örtlichen Bildungswerke wichtig, denn die haben schon viele Jahre Erfahrung und geben diese gerne weiter (wie z.B. das Örtl. BW Magdalensberg). Ein konkretes Projekt für meine Umsetzung wäre ein « Literaturfrühstück » im Haus der Begegnung in Maria Saal.

Was ich noch gerne mitteilen würde ist … das Vereinsleben ist für alle Altersgruppen interessant, ob jung oder alt. Es ist wichtig, sich aktiv am Gesellschaftsleben zu beteiligen, sei es durch Fortbildung, freiwilliges Engagement im sozialen Bereich oder in einem Verein. Auch wenn sich unsere Gesellschaft in einem Wandel befindet, sie wird digitaler, mobiler und auch unplanbarer, können wir durch ein aktives Gesellschaftsleben unsere Resilienz verbessern. Studien belegen, dass engagierte Menschen gesünder und glücklicher sind.

Diana Vogetseder

mittlerweile Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle des Kärntner Bildungswerks:

Ich entschloss mich zur Teilnahme am Lehrgang, weil … Als „frisch Zuagroaste“ kam für mich der Lehrgang wie gerufen, da ich in meinem neuen Wahl-Heimatbundesland auf der Suche nach einer Möglichkeit war, regionale existierende Initiativgruppen und Vereine kennenzulernen um zu sehen, wo ich mich einbringen kann.  Dafür bot die Teilnahme am Lehrgang eine wunderbare Möglichkeit und schon in der ersten Lehrgangseinheit konnten Kontakte geknüpft werden, worüber ich mich sehr freute. Außerdem sah ich als Studierende der Erwachsenenbildung die Teilnahme auch als große Bereicherung, da viele praktische Einblicke in die Gestaltung von informellen Lerngelegenheiten und einer gelingenden Erwachsenenbildung im öffentlichen Engagement vermittelt wurden.

Meine wichtigsten Erkenntnisse aus den Kursinhalten sind… die vielfältigen Anregungen für Konzepte der örtlichen Bildungsarbeit. Besonders der Methodenteil war für mich interessant, da durch den Aufbau des Lehrgangs auch bereits erste Ideen der Umsetzung mit möglichen Methoden verbunden werden konnten, die dann in die konkrete Programmgestaltung miteinfließen konnten.

Planen und umsetzten möchte ich in meiner Gemeinde gerne … Mich interessieren Themen mit sozial- ökologischem Fokus, die regional zu globaler Gerechtigkeit beitragen und damit ein gutes Leben für alle ermöglichen. Ob Permakulturhof, interkultureller Garten, Repaircafé, Kostnixladen, Tauschfest – in diesen Handlungsfeldern gibt es in Kärnten viele Initiativen und Projekte, die oft im Kleinen einen wertvollen Beitrag erbringen, auf die Herausforderungen unserer Zeit eingehen und im gemeinschaftlichen Handeln eine solidarische Veränderung herbeiführen. Durch mein Interesse an bewegten Lernformaten wäre z.B.  eine Bildungsradreise zu Orten dieser gelebten solidarischen Praktiken spannend.

Was ich noch gerne mitteilen würde ist … Schön finde ich, dass ehrenamtliches Engagement im Verein, in sozialen Bewegungen und Initiativgruppen am besten funktionieren kann, wenn alle Bürger*innen eines Ortes mitbedacht werden. Gerade im Ehrenamt steht das einander verbindende (vielleicht gerade entstehende) Interesse im Zentrum des Tuns, wodurch Gemeinsamkeiten der Generationen und neu Zugewanderter in den Vordergrund rücken.
Außerdem möchte ich den Lehrgang herzlich allen Menschen empfehlen, die sich in irgendeiner Form engagieren und Ideen im Ort vorantreiben möchten sowie dafür Verbündete, Mitstreiter:innen suchen.

Bei der Umsetzung von Aktivitäten in der Gemeinde wünschen wir allen Absolventen:innen alles Gute!

Auch Interesse?

Ein weiterer Durchgang wird geplant, melden Sie sich gerne unter office@kbw.co.at, Tel. 0463/536 57 622!

Titelbild: Abschluss im Garten bei Familie Hassler (Landesobmann Peter Fercher, Örtliches Bildungswerk Ingrid Wiedner, Maria Charbonell, Maria Hassler mit Ehemann, Diana Vogetseder)

Fotocredit: Kärntner Bildungswerk, Andrea Koppitsch

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